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Motorradfederung erklärt: Die Terminologie entmystifiziert
Für viele Fahrer ist es ein großes Rätsel, wie die Federung eines Motorrads eigentlich funktioniert. Auch wenn man leicht erkennt, dass die Auf- und Abbewegung durch die Feder verursacht wird, verstehen die meisten Fahrer nicht, welche Magie sich im Inneren abspielt und was wirklich den Unterschied zwischen guter und weniger guter Federung ausmacht. Es ist nicht nur wichtig, diese entscheidenden Teile zu kennen, sondern es wird dir auch helfen, auf lange Sicht ein besserer und entspannterer Fahrer zu werden.
Wie funktioniert die Motorradfederung?
Sowohl die Stoßdämpfer des Motorrads als auch der Federungsteil der Gabeln lassen sich in zwei Hauptkomponenten unterteilen. Die einfache Aufgabe der Feder besteht darin, die Last zu tragen und den Aufprall von Unebenheiten und anderen Straßenschäden abzufedern. Die Aufgabe des Dämpfers ist es, die Energie abzubauen, die entsteht, wenn die Feder zusammengedrückt und dann wieder gedehnt wird (normalerweise als Druckstufe und Zugstufe bezeichnet). Die ideale Federung ist eine, bei der du selten durchschlägst, die dir aber auch keine zu harte Fahrt beschert. Es geht auch darum, wie gut die Federung es deinem Reifen ermöglicht, Bodenkontakt zu halten, um dir so viel Traktion wie möglich zu geben.
Federn
Die Feder besteht meist aus gewickeltem Stahl und wird durch ihre Federhärte bestimmt. Die Federhärte ist die Kraft, die benötigt wird, um die Feder zusammenzudrücken, gemessen in Pfund pro Zoll. Zum Beispiel werden 100 lbs benötigt, um eine Feder mit einer Federhärte von 100 lbs/Zoll zusammenzudrücken. Für jeden Zoll Kompression sind 100 lbs Kraft erforderlich. Um diese Feder also 2 Zoll weit zusammenzudrücken, wären 200 lbs nötig. Das nennt man eine lineare oder konstante Federkennlinie. Progressive Federn ermöglichen es einer einzelnen Feder, verschiedene Kennlinien zu haben. Wenn die Anfangsrate zum Beispiel 100 lbs für den ersten Zoll beträgt, kann der zweite Zoll zusätzliche 120 lbs erfordern. Und der dritte Zoll benötigt dann vielleicht 150 Pfund. Diese progressive Federkennlinie ermöglicht es der Feder, sowohl kleine Unebenheiten als auch harte Schläge abzufedern, ohne durchzuschlagen.
Dämpfer
Nachdem dein Motorrad nun eine Unebenheit „geschluckt" hat, hat die zusammengedrückte Feder die Energie des Schlags gespeichert. Ohne einen Dämpfer würde sie diese in einem Schwall von Rückprallkraft freisetzen, die Feder über ihre statische Länge hinaus ausdehnen und den Zyklus wiederholen, bis die Energie verbraucht ist – wobei das Motorrad unkontrolliert hüpft. Nur mit einer Feder würde dein Motorrad die Straße entlanghoppeln. Die Lösung ist der Einsatz eines Dämpfers. Die Federbewegung wird auf das Öl übertragen und als Wärme abgeleitet.
Federvorspannung
Die Federvorspannung ist der am meisten missverstandene Begriff bei der Federung. Die Federvorspannung ist die Kompression der Feder, während das Federungselement vollständig ausgefedert ist. Stell dir einen ausgebauten Stoßdämpfer eines Motorrads vor. Er ist komplett gedehnt und unbelastet, aber ein Gewindering drückt die Feder um ein paar Millimeter zusammen. Das ist die Vorspannung. Die Vorspannung drückt die Feder zusammen, um die Last zu erhöhen, die benötigt wird, um die Federbewegung zu starten. Sie ändert auch die Kraft, die nötig ist, damit das Federungselement durchschlägt. Die Federrate selbst wird dadurch nicht verändert.
Durchhang (Sag)
Stoßdämpfer arbeiten in beide Richtungen. Wenn alle Straßengefahren nur Unebenheiten wären, müssten Stoßdämpfer nur mit der Kompression fertig werden. Leider erfordern Schlaglöcher und andere Lücken in der Fahrbahn, dass ein Stoßdämpfer sofort in die andere Richtung ausfedert, was die Zugstufe ist. Mit anderen Worten: Ein Stoßdämpfer muss bereit sein, sofort einzufedern oder sofort auszufedern, um Erschütterungen für den Fahrer zu vermeiden. Wie geht man also damit um?
Der Durchhang rettet den Tag!
Der Durchhang ist der Punkt, an dem ein Stoßdämpfer unter dem Gewicht von Motorrad und Fahrer leicht einfedert, bevor er seine eigentliche Arbeit verrichtet. Die meisten Stoßdämpfer haben Vorspannungsregler, um den Durchhang einzustellen. Der freie Durchhang gibt an, wie weit das Motorrad unter seinem eigenen Gewicht „einsackt". Der freie Durchhang wird von der Mitte der Hinterachse bis zu einer beliebigen Position oberhalb der Achse gemessen (zum Beispiel eine Schutzblechhalterung). Wenn das Motorrad nicht auf dem Ständer steht, hält ein Helfer es senkrecht. Ein kräftiges Anheben des Hecks (das Motorrad am Schutzblech oder Gepäckträger so weit wie möglich hochziehen) entlastet die Stoßdämpfer und ermöglicht die Messung des freien Durchhangs.
Der Fahrerdurchhang wird gemessen, wenn der Fahrer auf dem Motorrad sitzt (mit kompletter Ausrüstung) und ein oder zwei Helfer es stützen. Die Mitte der Hinterachse wird erneut bis zur gleichen Position gemessen. Die Differenz zwischen den beiden Messungen ist dein endgültiger Durchhang. Im Allgemeinen sollte der Durchhang etwa ein Drittel des gesamten Federwegs deines Motorrads betragen. Wenn dein Motorrad also 12 Zoll Federweg hat, sollte dein Fahrerdurchhang 4 Zoll betragen (4 x 3 = 12). Dies hängt jedoch von der Nutzung, dem mitgeführten Gepäck und den Vorlieben des Fahrers ab. Schau in deinem Handbuch nach den genauen Maßen für den Durchhang.